Theaterverein Rellingen in der Presse


24. Nov. 2017, Hamburger Abendblatt:

Jung, modern – und Plattsnackerin

Jana Alina Kleemann macht in Rellingen Theater. Ab Montag ist sie der Kasper im „Räuber Hotzenplotz“
Mirjam Rüscher


Jana Alina Kleemann spielt im Stück „Der Räuber Hotzenplotz“ den Kasper – Foto:Mirjam Rüscher

Rellingen: Jana Alina Kleemann grinst über das ganze Gesicht. Immer wieder muss sie lachen, ihre Fröhlichkeit ist ansteckend. Sie sitzt entspannt im Aufenthaltsraum des Rellinger Theatervereins und erzählt von ihrer großen Leidenschaft: Theater. Die 22-Jährige hat früher oft darüber nachgedacht, ihr Hobby zum Beruf zu machen. „Ich wollte es mir aber nicht kaputt machen“, sagt sie. Stattdessen studiert sie nun im fünften Semester Germanistik und im Nebenfach Geschichte der Naturwissenschaft.

Seit 2010 ist Kleemann beim Rellinger Theaterverein. „Der kleine Muck“ war ihr erstes Stück. „Ich habe den Muck gespielt, die Hauptrolle“, sagt Kleemann beinahe etwas beschämt. Sie hatte vorher in der Schule schon Theater gespielt. Ihr Physiklehrer, der damals Mitglied im Verein war, hat sie sozusagen entdeckt. Seither hat Kleemann bei sechs Produktionen mitgewirkt, im vergangenen Jahr erstmals auch bei einem plattdeutschen Stück.

„Ich wollte gern mal was Richtiges außer Weihnachtsmärchen spielen“, sagt sie. Für das Stück musste sie extra Plattdeutsch lernen. „Ich kannte Platt gar nicht von zu Hause oder so. Ich musste Wort für Wort den Text üben.“

„Wir unterstützen das natürlich gern, wenn einer unserer jüngeren Darsteller Plattdeutsch lernen möchte“, sagt die Vereinsvorsitzende Hannelore Koebe. Jüngere Leute wirken eher selten an den plattdeutschen Aufführungen mit. Koebe und Kleemann, die Jugendwartin des Vereins ist, würden das gern ändern.

Die beiden Frauen lachen. Trotz des deutlichen Altersunterschieds verstehen sie sich blendend. Die 75 Jahre alte Vereinsvorsitzende gibt gern etwas von ihrer 55-jährigen Bühnenerfahrung an die junge Kollegin ab. „Man kann mit seinen Rollen wachsen. Es gibt nicht viele Hobbys, die man so lange ausüben kann“, sagt Koebe.

Kleemann sucht sich gern Herausforderungen. Nicht nur plattdeutsches Theater hat sie neu für sich entdeckt, sondern auch einen Workshop fürs Schminken besucht. „Da haben wir gelernt, wie man Wunden schminkt, Nasen, Bärte oder wie man jemanden älter macht“, sagt sie. Außerdem tanzt sie Standard, Latein und macht gern Musik.

Anlaufstelle für die Jugend im Verein

Und dann ist da ja noch die Sache mit der Jugendarbeit im Verein. „Als ich zur Jugendwartin gewählt wurde, war die Idee dahinter natürlich, dass wir uns als Jugend im Verein zusammenfinden und gemeinsam etwas aufbauen“, sagt Kleemann. Die Koordination sei allerdings viel schwieriger als gedacht. Anlaufstelle für die Jungen im Verein ist sie aber allemal. „Bei Feiern oder Versammlungen bildet sich um mich herum immer die Jugend-Ecke. Alle scharen sich um mich, wir sitzen zusammen und haben Spaß“, sagt Jana Alina Kleemann.

Sie würde gern auch andere jüngere Vereinsmitglieder dazu bewegen, sich an den plattdeutschen Stücken zu beteiligen. „Das wissen auch alle, ich sage das ständig“, sagt Kleemann. Und das, obwohl es eine Herausforderung ist. „Wenn mal nicht das richtige Stichwort kommt, dann wird es schwierig. Immerhin muss man dann in einer fremden Sprache improvisieren“, sagt Kleemann. Sie will unbedingt bald wieder ein plattdeutsches Stück spielen. „Aber nur eine kleine Rolle“, fügt sie hinzu.

Ab Montag steht sie erst mal im aktuellen Weihnachtsmärchen des Rellinger Theatervereins auf der Bühne. Sie spielt im „Räuber Hotzenplotz“ den Kasper – eine der Hauptfiguren.


Hier ist der Artikel auf der Internet-Seite des Pinnerberger Tageblatts zu finden


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