Theaterverein Rellingen in der Presse


17. Sept. 2019, Pinneberger Tageblatt:

Neuanfang mit 80 Jahren

Rellinger Theaterverein inszeniert „Lütt Paris“ / Plattdeutsches Stück mit Charme und Witz


Während Hanna (Zweite von rechts) und Frieda Dessous bewundern, ist der Pastor von den Dessous entsetzt. Auch das Gespräch zwischen dem Bürgermeister und der verrückten Lilly vermag daran nichts zu ändern.

Frauke Heiderhoff, Rellingen: Der Film „Die Herbstzeitlosen“ der Regisseurin Bettina Oberli aus dem Jahre 2006 rangiert auf der ewigen Bestenliste des Schweizer Kinos. Umgeschrieben zur Komödie „Altweiberfrühling“ hat es Stefan Vögel als Theater. Die plattdeutsche Bearbeitung von Rolf Petersen „Lütt Paris“ erfreut sich starker Beliebtheit. Der Rellinger Theaterverein bringt am Freitag, 20. September um 19.30 Uhr in Rellingen-Egenbüttel die Komödie auf die Bühne in der kleinen Turnhalle der Caspar-Voght-Schule.

„Das Stück handelt von Frauen mit Power“, erläuterte Regisseurin Hannelore Koebe (kleines Foto). Es zeige, dass ein Mensch niemals zu alt sei, um seine Träume zu realisieren.

Worum es geht? Wissenschaftliche Studien belegen, dass es außer dem biologischen auch ein inneres Alter gibt, das entscheidenden Einfluss auf Körper und Psyche ausübt. Menschen im Herbst des Lebens wollen nicht die Hände in den Schoß legen. Die heutigen Senioren möchten sich engagieren, sind unternehmungslustig, reisefreudig, sportlich, neugierig und selbstbewusst.

Martha Joost (Heike Berg), die Hauptperson des Stückes, befindet sich in diesem Sinne im Herbst des Lebens. Nach dem Tod ihres Mannes empfindet sie ihr Leben als sinnlos. Ihr fehlt eine richtige Aufgabe. Diese Aufgabe findet sie dann plötzlich mit Hilfe ihrer Freundinnen Lilly (Rita Mikus), Hanna (Elke Daum) und Frieda (Ursula Kretschmann). Martha plant, sich einen Jugendtraum zu erfüllen: ein eigenes Geschäft für Dessous zu eröffnen. Dieses Vorhaben findet jedoch nicht die Zustimmung von Pastor (Sönke Hansen) und Bürgermeister (Lothar Berg), die so etwas „Unanständiges“ nicht im Dorf dulden wollen und außerdem ganz andere Pläne mit dem Laden verfolgen. Die vier Freundinnen schaffen es, einigen Diskrepanzen und Rückschlägen zum Trotz, sich durchzusetzen.

Die Zuschauer erwartet, nach Auskunft der Sprecherinnen Anja Radtke und Iris Kleie, ein anrührendes, amüsantes und zum Nachdenken anregendes Theaterstück, in dem der Lebensmut von vier Frauen und manch zweifelhafte Moral der beiden Männer eindrucksvoll aufeinander prallen. Mit dem Stück werde den Zuschauern ein Spiegel vorgehalten, der aktueller nicht sein könne.

Wer die Aufführung in Egenbüttel besuchen will, sollte beachten, dass aktuell keine Parkplätze am Schulweg zur Verfügung stehen. Die Besucher werden gebeten, den neu angelegten Parkplatz an der Hempbergstraße gegenüber der großen Turnhalle zu nutzen. Von dort aus ist ein gesicherter und beleuchteter Weg angelegt, der an der Turnhalle vorbei über den Schulhof an den bekannten Gehweg am Schulweg führt. Auch die Verkehrsführung ist geändert: Der Schulweg darf von der Pinneberger Straße aus nicht angefahren werden und ist nur noch über den Halstenbeker Weg / Hempbergstraße erreichbar.

Der Eintritt für das Stück beträgt 10 Euro. Schüler, Studenten und Auszubildende haben bei Ausweis-Vorlage freien Eintritt. Es geht dem Theaterverein darum, junge Menschen an die plattdeutsche Sprache und ans Amateurtheater heranzuführen. Bei der Premiere besteht im Anschluss die Möglichkeit, mit den Darstellern in den Austausch zu kommen.


TVR in der Presse