Theaterverein Rellingen in der Presse


18. Okt. 2019, Pinneberger Tageblatt:

Petra Böttcher: Theater durch und durch

Böttcher spielt seit 1986 in Rellingen Theater. Dank ihrer Näh-Künste hat sie auch schon etliche Kostüme angefertigt.


Petra Böttcher wirkte in 17 Stücken des Rellinger Theatervereins mit und nähte für die Mimen unzählige Kostüme Foto: Frauke Heiderhoff

Frauke Heiderhoff, Rellingen: Als Prinzessin im Schloss der tausend Träume stand sie erstmals auf der Bühne des Rellinger Theatervereins. Auch Kostüme für Stücke wie „Der gestiefelte Kater“ und „Der Froschkönig“ hat sie schon genäht. Petra Böttcher spielt seit 1986 in Rellingen Theater. „Damals habe ich mich spontan beim Verein gemeldet und gefragt, ob ich nicht mal mitmachen kann“, erinnert sie sich. Es ging ihr vor allem darum, sich mit ihrem Hobby Nähen einzubringen.

Die Halstenbekerin, die gebürtig aus Rellingen stammt, hat dann über Jahre verschiedenste Kostüme für die Vereinsaufführungen entworfen. Sie kreierte Kleider, Kostüme und Roben. „Heute nähe ich immer noch gerne“, sagt Böttcher. „Etwas zu nähen, was nicht alltäglich ist, ob es nun historisch korrekt ist oder aber der Fantasie entspringt, fesselt mich gleicher Maßen“, berichtet sie. Es gibt zu ihrer Freude mehrere Menschen, die sich im Verein ebenfalls dieser Leidenschaft widmen.

Geht es um die Planung der Kostüme, bespricht sich Böttcher mit den Kreativen des Vereins und tauscht sich aus. „Ich stand noch nie alleine da, wenn ich mal ein Problem hatte oder nach einer Lösung suchte“, sagt die 50-Jährige. Böttcher weiß zu schätzen, im Verein Hilfe zu bekommen, wenn diese erforderlich ist. „Wir haben ein sehr nettes Miteinander“, berichtet sie. Ihr gelang es ebenfalls, ihre drei Kinder Jan, Finn und Berenike für den Verein zu begeistern.

Böttcher fasziniert am Theaterspiel, sich immer wieder von neuem in eine Person hinein versetzen zu können. Doch als ebenso bedeutsam bezeichnet sie die Kostüme. Denn sie seien wichtig, um in eine Rolle hineinzukommen. Obwohl die Halstenbekerin ursprünglich eigentlich nur geplant hatte, zu nähen, wirkte sie im Laufe der Jahre schon in 17 Stücken mit. Dazu gehören „Die Schneekönigin“, „Aschenputtel“, „Räuber Hotzenplotz“, „Plünnball“, „De Wirtsfru“ und „Een toveel an Bord“. Kostüme nähte sie für weit mehr Stücke.

Was sie am Theaterverein schätzt? „Ich liebe den Verein, weil er so vielfältig ist“, erklärt Böttcher. Dies gilt ebenso für die Menschen wie für die Aufgaben, denen der Einzelne sich dort stellt. Während der Proben entwickelt sich eine enge Gemeinschaft. Sie sind intensiv und nehmen viel Zeit in Anspruch. „Auch wenn die Proben bisweilen anstrengend sind, bringen sie Spaß und Freude“, sagt Böttcher. Die Mitglieder agierten wie eine große Familie. Die Mitwirkenden verstünden sich, stellten sich aber auch Meinungsverschiedenheiten.

Diese seien erforderlich, um sich weiter zu entwickeln. Böttcher ist schließlich froh, im Verein zahlreiche sympathische Menschen kennen gelernt zu haben. Mit einigen Mitgliedern verbindet sie eine enge Freundschaft.

Sie arbeitet als Konstrukteurin in einem Planungsbüro für Umwelttechnik. Das kreative Theaterspiel empfindet sie als eine wertvolle Ergänzung zu ihrem technischen Beruf. „Ich liebe aber auch meinen Beruf, weil ich dort immer wieder vor Herausforderungen gestellt werde, um mit unserem Team eine gute Lösung für unsere Kunden zu finden“, informiert sie. Verbleibt neben Beruf, Familie und Theaterspiel noch Zeit, widmet sich die Amateurschauspielerin dem Nähen von Waldorfpuppen und Puppenkleidern.


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